Drucken

Historie der Feuerwehr Obereisesheim

Es gibt keine genauen Niederschriften mehr, die eine detaillierte Beschreibung der Anfänge des  Feuerlöschwesens in Obereisesheim erlauben. Vermutlich sind sie beim Bombenangriff 1944, bei dem auch das Obereisesheimer Rathaus niederbrannte, vernichtet worden.

1841 Die erste vorliegende  urkundliche Erwähnung stammt aus einer Quelle des Landesarchives und hält fest, dass  ab 1841 „eine in Abteilungen für den Auswärtigen Dienst und den Ort geteilten Löschmannschaft bestand“.
1869 In der Deutschen Feuerwehrzeitung von 26. Januar 1872 wird auf die Anschaffung einer „neuen guten Feuerspritze mit Saugeinrichtung“ in Obereisesheim hingewiesen. Diese Jahreszahl ist auch heute noch auf dem gut erhaltenen Hydrophor abzulesen. 
1885 Seit 1885 gibt es in Obereisesheim eine Pflichtfeuerwehr.  Im Württembergischen Feuerwehrkalender von 1915 (Landesarchiv) wird diese 1885 erstmalig aufgeführt.
1910 Im Ort wird eine Hochdruckwasserleitung in Betrieb genommen. Für die Wasserentnahme und –förderung werden deshalb  von der Gemeinde zwei Hydrantenwagen gekauft.
1912 Eine weitere maßgebliche Verbesserung der Ausrüstung wurde mit der Beschaffung einer Magirus Holzleiter erreicht. Auch dieses Gerät ist noch heute in gutem und funktionsfähigen Zustand erhalten und feiert seinen hundertjährigen  Geburtstag.
1924 Aus der Pflichtfeuerwehr wird am 26.02.1924 die Freiwillige Feuerwehr Obereisesheim
1925 Gründung der Feuerwehrkapelle, aus der sich 1962 der Musikverein Obereisesheim gründete. 
1939-1945 Zwei weitere Hydrantenwagen werden beschafft. 1942 wurde zudem ein Tragkraftspritzenanhänger gekauft. Einer der dunkelsten Tage für die Feuerwehr Obereisesheim: Am 3. April 1945 wurden die Kameraden Gustav Freyer und Otto Hartmann bei Löscharbeiten nach Beschuss durch amerikanische Truppen im Feuerwehreinsatz getötet. Granatsplitter sind heute noch am Hydrophor zu erkennen. 
1945-1951 Nachdem das Obereisesheimer Rathaus samt integrierter Feuerwehrunterkunft zerstört wurde, wurde die Wehr im sogenannten „Militärschuppen“ in der heutigen Hessestraße untergebracht. 
1951 Zusammen mit dem Rathaus wird als Anbau das Feuerwehrgerätehaus am heutigen Standort in der Angelstraße errichtet.
1952

Bei den damals üblichen Schnelligkeitsprüfungen – den Vorgängerwettbewerben der heutigen Leistungsprüfungen – holt sich eine Obereisesheimer Gruppe beim Feuerwehrtag in Züttlingen den Pokal.

1953

In Biberach wurde im Folgejahr erneut anlässlich der Gerätehauseinweihung an Schnelligkeitsübungen unter Feuerwehren aus dem ganzen Stadt- und Landkreis teilgenommen. Mit überragendem Erfolg: 1. und 3. Platz für die Obereisesheimer Gruppen.

1964

Das erste motorbetriebene Löschgruppenfahrzeug LF 8 wird erworben. Das von der Bad Friedrichshaller Traditionshersteller Bachert auf Mercedes Benz aufgebaute Fahrzeug ist ein Quantensprung zu allem bisher am Ort vorhandener Löschtechnik.

1972 Eine neue Zeitrechnung beginnt: Aus der Feuerwehr Obereisesheim wird nach der Eingemeindung die Feuerwehrabteilung Obereisesheim. 
1975-1967 Das Gerätehaus wird abgebrochen und durch einen kompletten Neubau mit drei Stellplätzen in der Angelstraße ersetzt.
1982 Ein vom Land Baden-Württemberg für den Katastrophenschutz vorgehaltenes TLF 8 auf Unimog-Fahrgestell  war für geraume Zeit in Obereisesheim stationiert. Nach Abzug dieses Fahrzeuges wurde der erste Mannschafts- und Transportwagen (MTW) in Betrieb genommen. Es handelte sich um ein gebrauchtes Fahrzeug (Baujahr 1977) der städtischen Bauhofes. Der Umbau erfolgte in Eigenregie. 
1984

Zum ersten mal in der Geschichte der Feuerwehr Obereisesheim legt ein Gruppe das Leistungsabzeichen in der höchsten Stufe Gold ab.

1989

Nach 25 Jahren Einsatz- und Übungsdienst geht das Löschgruppenfahrzeug LF8 in Ruhestand und wird durch ein zeitgemäßeres Fahrzeug, wieder auf Mercedes Fahrgestell (814) ersetzt. Leider noch ohne Löschwasservorrat, die Änderung der Normung kam erst kurz danach. Zum zweiten mal besteht eine Gruppe das goldene Leistungsabzeichen.

1994

Wieder gelingt es einer Gruppe nach Bronze und Silber in den Vorjahren die Leistungsprüfungen in Stufe Gold zu bestehen.

1999

Der in die Jahre gekommen MTW (VW Bully) wird durch einen VW T4 ersetzt. Zum vierten und bisher letzten mal wird das Leistungsabzeichen in Gold errrungen.

 

2002 Durch den Einbau einer Hochdrucklöschanlage inklusive eines 400 Litter-Löschwassertanks werden die Einsatzmöglichkeiten des LF8 erheblich verbessert. Kleinbrände, PKW-Brände und ähnliche Einsätze können wesentlich schneller und effizienter abgearbeitet werden. Die im Fahrzeugheck eingeschobene Tragkraftspritze TS 8/8 kann zukünftig nicht mehr mitgeführt werden und findet im Fuhrpark der Kernstadtwehr Verwendung. Ebenfalls 2002 wird die bisher von den Stadtwerken genutzte Garage in die Feuerwehr integriert und für die Jugendfeuerwehr eingesetzt. Die sanitären Anlagen werden modernisiert und erweitert.
2010 Durch eine Sanierung des Gerätehauses inklusiver Installation einer Notstromversorgung wird die Bleibe der Abteilungswehr nicht nur funktionell und optisch, sondern vor allem energetisch aufgewertet.