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"Hey, nicht leer gehen!"

Es war ein phänomenaler und beeindruckend professioneller Einsatz, den die beiden Wehren aus Neckarsulm und Obereisesheim, - den die Neckarsulmer Feuerwehr - am Dienstag, 31.03.2015, gegen 17.15 Uhr auf dem Dach der Eberwinhalle abgeliefert hat. Seit 09.30 Uhr ohne Unterbrechung im Sturm-Einsatz brachte die Feuerwehr den rd. 150 m² großen Dachschaden routiniert und vollkommen unaufgeregt unter Kontrolle. Schon knapp zwei Stunden später war das Dach so gesichert, dass kein Tropfen des über Nacht folgenden heftigen Regens mehr in die Halle eindringen konnte. Keiner der über 20 im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute aus Neckarsulm und Obereisesheim machte auch nur einen Weg umsonst. Und „leer“ lief schon gar kein Helfer durch die Gegend. Mit dem Zuruf „Hey, nicht leer gehen!“ war gemeint, auf dem Weg zur Schadensstelle gleich zwei Sandsäcke mitzunehmen. Doch die noch zur Verfügung stehenden Ballaste waren gar nicht für die Abdeckfolie zur Sicherung der Schadensstelle bestimmt. Mit ihnen mussten viel mehr die abgetrennten Alu-Dachprofile davor bewahrt werden, nicht erneut vom Sturm durch die Gegend gewirbelt zu werden. Was sich im vorstehenden Artikel der Feuerwehr fast wie ein Übungseinsatz liest, war tatsächlich das Ergebnis unzähliger Trainingsstunden mit dem ungewöhnlichsten Trainingsgerät. Da wurden Alubleche wie im Spiel mit dem Trennschleifer in transportgerechte Stücke geschnitten, Abdeckfolie wurde auf dem kurzen Weg organisiert; die Helfer an der Absturzkante der Glasfassade wurden fachgerecht an Fallgurten gesichert, kein Handgriff wurde unüberlegt ausgeführt; Sonnenschutzgitter wurden fachgerecht demontiert und zur Beschwerung auf die provisorische Dachabdichtung gelegt. Kurzum, beim Einsatz auf dem Dach der Eberwinhalle wurde deutlich, wie gut ausgebildet die Feuerwehrleute sind, über welch hervorragendes Material sie verfügen (müssen) und wie bedenkenlos man sich auf sie in jeder Situation zu einhundert Prozent verlassen kann. Dem Einsatz in der Eberwinhalle (der 13. Sturmseinsatz an diesem Tag) sollten noch zwei weitere Einsätze in Obereisesheim und Amorbach folgen, ehe Sturm Niklas auch in Neckarsulm Geschichte war. Mit den Folgen freilich wird sich die Verwaltung noch eine ganze Zeit lang herumschlagen müssen. Es ist derzeit noch nicht auszuschließen, dass sich der Schaden am Dach der Eberwinhalle möglicherweise sogar im sechsstelligen Bereich bewegen könnte.

Andreas Gastgeb